Nice Needlework!
Patchwork4me
Patchwork und Quilts

Mariner's Compass Quilts

Bias Square

Anleitung zur Herstellung von Bias-Quadraten (Half-Square Triangle Unit)

Welche Möglichkeiten gibt es, diese diagonal geteilten Quadrate in jeder beliebigen Größe akkurat und zeitsparend herzustellen?

Grundsätzliches zum schrägen und geraden Fadenverlauf:
Patchworkteile sollten an den Rändern möglichst den geraden Fadenverlauf haben, dann verziehen und dehnen sie sich nicht so leicht. Ein Bias-Quadrat besteht aus zwei rechtwinkeligen Dreiecken, die an der langen Seite zusammengenäht sind. Normalerweise sind die Außenkanten eines Bias-Quadrates im geraden Fadenverlauf geschnitten, um ein Dehnen zu vermeiden. Die Diagonale verläuft im schrägen Fadenverlauf.

Bei Quadraten,die aus Einheiten geschnitten werden, die aus geraden Streifen zusammengenäht sind (parallel bzw. im rechten Winkel zur Webkante geschnittene Stoffstreifen), haben alle Außenkanten den schrägen Fadenverlauf.

Aus Schrägstreifen zusammengenähte Einheiten (schräg zur Webkante geschnittene Stoffstreifen) ergeben Bias-Quadrate, die ringsrum den gewünschten geraden Fadenverlauf haben.

Herstellung von Bias-Squares:
Stellen Sie Bias-Quadrate auf die herkömmliche Art und Weise her, dann gibt es das Problem des schrägen Fadenverlaufs nicht: Sie schneiden aus dem Stoff zunächst Streifen, daraus dann Quadrate, und diese teilen Sie dann wiederum diagonal. Wenn die beiden Dreiecke zu einem Quadrat zusammengenäht werden, sind die äußeren Ränder alle im geraden Fadenverlauf. Nutzen Sie die Variante der Schrägstreifeneinheiten, welche sehr akkurate Quadrate hervorbringt, dann gibt es zwei Möglichkeiten, diese herzustellen:

Variante A: Schrägstreifeneinheiten aus Quadraten
Zur Herstellung einer geringeren Anzahl von Bias-Quadraten. Sie schneiden Streifen diagonal aus einem Quadrat und und fügen diese wieder in der gewünschten Farbmischung paarweise zusammen. Hieraus schneiden Sie mit dem Bias-Square-Lineal Ihre Quadrate. Die einzelnen Paare können auch zu Mehrfacheinheiten zusammengenäht werden, um den Stoff optimal auszunutzen.

Variante B: Schrägstreifeneinheiten aus längeren Stoffteilen
Zur Herstellung einer größeren Anzahl von Bias-Quadraten. Sie schneiden die Schrägstreifen diagonal aus längeren Stoffteilen. Diese Streifen werden wieder zu einem Rechteck zusammengenäht und Quadrate daraus ausgeschnitten. Der Nachteil an den Streifeneinheiten ist der anfallende Verschnitt, wobei es sich dadurch in Grenzen hält, dass man abfallende Randdreiecke durchaus weiter verwenden kann. Erläuterungen und Bilder zu dieser Methode finden Sie weiter unten.

Nach oben

Die verschiedenen Methoden:
Schneiden von Quadraten aus zwei Stoffen (herkömmliche Methode): Legen Sie jeweils zwei verschiedene Stoffe rechts auf rechts. Bügeln Sie die Stoffe, dann haften sie etwas aneinander. Schneiden Sie nun Quadrate in der gewünschten Größe aus und teilen Sie die Quadrate diagonal. Jetzt liegen die zu nähenden Dreiecke bereit, um im Kettenverfahren zusammengenäht zu werden. Vorteil: So haben Sie fertig zusammengelegte Dreiecke - bereit zum Nähen.
Nachteil: Nach dem Nähen und Auseinanderbügeln müssen die überstehenden "Öhrchen" noch weggeschnitten werden (trimmen).
Schneiden von Dreiecken aus verschiedenen Stoffen (herkömmliche Methode): Schneiden Sie Quadrate aus den gewünschten Stoffen und teilen Sie diese diagonal zu Dreiecken. Nehmen Sie nur kurze Stoffstreifen, aus denen Sie schneiden, damit Sie nicht zu viele Dreiecke eines Stoffes haben. Die Dreiecke können Sie nun beliebig mischen, wieder rechts auf rechts legen und im Kettenverfahren aneinander nähen.
Vorteil: Sparsam im Stoffverbrauch; Sie können die Stoffe mischen, wie Sie wollen.
Nachteil: Auch hier müssen die "Öhrchen" noch getrimmt werden.

Bias-Squares aus Streifen-Einheiten Methode 1 (Schrägstreifentechnik):
Nehmen Sie zwei gleichgroße Stücke Stoff und stapeln Sie die Stoffe rechts auf rechts. Teilen Sie dieses Quadrat einmal in der Diagonale und schneiden Sie die Stoffe in Schrägstreifen. Nehmen Sie die Schrägstreifen paarweise auf und nähen Sie die Paare wie sie lagen an der langen Seite zusammen. Nähen Sie zur optimalen Ausnutzung des Stoffes die Paare entsprechend ihrer Länge zu Mehrfacheinheiten zusammen.

Nach oben

Bias-Squares aus Streifen-Einheiten Methode 2 (Schrägstreifentechnik):
Um eine größere Anzahl von Bias-Quadraten zu produzieren, schneiden Sie Schräg-streifen aus längeren Stoffteilen. Sie können jede Größe nehmen, handlich ist eine Größe von ca. 30 x 55 cm. Stapeln Sie die Stoffe alle rechte Seite nach oben. Messen Sie von der unteren linken Ecke an der Unterkante die Höhe des Rechtecks aus und markieren Sie diesen Punkt. Schneiden Sie diagonal von der unteren Markierung zur oberen linken Ecke. Benutzen Sie hierzu die 45 ° Linie Ihren Lineals zum Anlegen an die Webkante. Nun haben Sie einen sauberen Schnitt, an dem Sie die weiteren Streifen ausmessen können. Schneiden Sie Streifen parallel über die gesamte Breite.

Legen Sie zuerst alle Streifen, nach wechselnden Stoffen sortiert, aus. Fügen Sie dann an beiden Ecken die kürzeren Streifen an. Nähen Sie die neu angeordneten Streifen zu einem neuen Rechteck zusammen, und zwar von der oberen Spitze aus nach unten, damit die Oberkante glatt verläuft. Versetzen Sie die Streifen um die Breite der Nahtzugabe. Beginnen Sie beim V, wo sich die winkeligen Kanten der Streifen kreuzen. Damit erreichen Sie eine glatte obere Schnittkante, die das Schneiden der Quadrate erleichtert.
Vorteil: Die ausgeschnittenen Quadrate sind technisch am saubersten und Sie müssen keine "Öhrchen" abschneiden. Die Methode ist zeitsparend und besonders für kleine Dreiecke sehr gut geeignet.
Nachteil: Es gibt immer etwas mehr Abfall, als bei den anderen Methoden.
Für größere Dreiecke ist die Methode nicht so gut geeignet.

Zuschneiden von Bias-Quadraten aus Streifen-Einheiten Methode 1:
Zum Zuschneiden der Quadrate aus den genähten und gebügelten Streifeneinheiten nehmen Sie ein Bias-Square-Lineal. Beginnen Sie am unteren Ende einer Streifeneinheit und legen Sie die Diagonale des Lineal auf die Naht. Schneiden Sie an den beiden Oberen Linealkanten von rechts nach links das Quadrat aus. Drehen Sie das Bias-Quadrat um und schneiden Sie es auf das erforderliche Maß zu. Wenden Sie das gleiche Prinzip auch bei Mehrfacheinheiten an. Beginnen Sie unten und gehen systematisch von einer Seite zur anderen. An den Außenseiten ergeben sich Restdreiecke. Reduzieren Sie die Anzahl der Restdreiecke, indem Sie die Streifenpaare zu Mehrfacheinheiten zusammennähen, wenn Sie die Dreiecke nicht anderweitig benötigen.

Zuschneiden von Bias-Quadraten aus Streifen-Einheiten Methode 2:
Legen Sie die Streifeneinheit mit der geraden Kante nach unten. Beginnen Sie beim Zuschneiden der Quadrate an der unteren geraden Schnittkante und beachten Sie dabei die gleichen Grundregeln wie bei Methode 1. Zwischen den einzelnen Quadraten fällt ein geringer Verschnitt an.

Nach oben

Berechnen der Schrägstreifenbreite:
Die Breite der Streifen ist bei Methode 1 und 2 gleich. Das erforderliche Maß wird mathematisch errechnet, indem man das Fertigmaß des benötigten Bias-Quadrates mit 0,71 multipliziert und auf die nächste 0,25 cm Marke aufrundet. Zu dieser Zahl addieren Sie 2 cm. In dieser Breite schneiden Sie Streifenpaare für einfache Einheiten zu. Für Mehrfacheinheiten addieren Sie 2,75 cm pro Streifen.
Um noch mehr Spielraum beim Zuschneiden zu haben, addieren Sie zur errechneten Zahl:
Bei einfachen Einheiten 2,25 cm pro Streifen und bei Mehrfacheinheiten 3 cm pro Streifen.

Bilder zu dieser Anleitung: